Beton-Kalender 2026
2025
Ernst & Sohn Verlag
ZUM WERK
- Wo lohnt sich der Einsatz von nichtmetallischer Bewehrung wirtschaftlich und nachhaltig im Vergleich zu Betonstahl?Die Tragwerksplanung oder Bauherrschaft prüft den Einsatz nichtmetallischer Bewehrung für ein konkretes Bauvorhaben und muss bewerten, ob die typischen Vorteile (Korrosionsbeständigkeit, reduzierte Betondeckung, geringeres Gewicht) den Mehraufwand bei Bemessung und Beschaffung rechtfertigen.
- Welche Verwendbarkeitsnachweise brauche ich, um nichtmetallische Bewehrung in Deutschland baurechtlich einzusetzen?Eine planende Person oder Bauherrschaft prüft ein Projekt mit nichtmetallischer Bewehrung und muss verstehen, welche Kombination aus Verwendbarkeits- und Anwendbarkeitsnachweisen für das gewählte Bewehrungsprodukt und das Bauteil notwendig ist, bevor mit der Bauausführung begonnen werden kann.
- Soll ich für die Biegebemessung von Bauteilen mit FVK-Bewehrung die Komponentenmethode oder die Kompositmethode verwenden?Die Tragwerksplanung muss bei der Biegebemessung eines Bauteils mit nichtmetallischer Bewehrung zwischen zwei in der Richtlinie zugelassenen Methoden wählen und versteht, dass die Wahl von der Bewehrungsart (Stab vs. Textilgitter, getränkt vs. ungetränkt) abhängt.
- Wie ermittle ich den Bemessungswert der Zugfestigkeit fnm,d für nichtmetallische FVK-Bewehrung und welche Abminderungsfaktoren sind kritisch?Die Tragwerksplanung steht vor der Bemessung eines Bauteils mit FVK-Bewehrung und muss aus den Herstellerangaben (charakteristische Kurzzeitzugfestigkeit fnm,k, ggf. Langzeitwert) und der Bauteilsituation den Bemessungswert ableiten — eine Operation, die deutlich aufwendiger ist als bei Betonstahl.
- Wie unterscheidet sich das Tragverhalten von nichtmetallischer FVK-Bewehrung von Betonstahl und welche Konsequenzen hat das für die Bemessung?Die Tragwerksplanung wendet erstmals nichtmetallische Bewehrung an und muss die Unterschiede gegenüber dem vertrauten Stahlbetonbau verstehen — insbesondere die Folgen des spröden, linear-elastischen Materialverhaltens für Versagensankündigung, Verbund und Bemessung.
- Für welche Bauteile und Anwendungsfälle darf ich nach der DAfStb-Richtlinie „Betonbauteile mit nichtmetallischer Bewehrung“ planen?Die Tragwerksplanung möchte ein konkretes Bauteil (etwa eine Parkhausdecke, eine Brückenkappe oder ein Sichtbetonelement) mit nichtmetallischer FVK-Bewehrung statt Betonstahl ausführen und muss prüfen, ob das Vorhaben in den Anwendungsbereich der 2024 erstmals veröffentlichten Richtlinie fällt.
- Welche geometrischen Grenzen und Materialanforderungen gelten für Stahlbetonhohlplatten nach der DAfStb-Richtlinie Teil 1?Eine planende Person bereitet die Bemessung einer Stahlbetonhohlplatte für ein Wohn- oder Industrieprojekt vor und muss klären, welche Plattendicken, Spannweiten und Hohlraum-Geometrien noch im Anwendungsbereich der Richtlinie liegen — und wo der Erfahrungsbereich endet.
- Welche Nachweise sind für die Querkrafttragfähigkeit einer Spannbetonhohlplatte im Brandfall (F90) zu führen?BrandschutzDie Tragwerksplanung führt für eine Spannbetonhohlplatte mit Anforderung an die Feuerwiderstandsklasse F90 den Brandschutznachweis und muss klären, welche Querkraft-Tragfähigkeit im Brandfall maßgebend ist — zwei alternative Nachweise sind zu prüfen.
- Was muss ich beachten, wenn Spannbetonhohlplatten im Notfall durch Feuerwehrfahrzeuge befahren werden müssen?BrandschutzDie Tragwerksplanung dimensioniert ein Parkdeck oder Gewerbedach aus Spannbetonhohlplatten und muss klären, ob die Fläche zusätzlich die Lasten und Brandeinwirkungen aus Feuerwehrbefahrung trägt — eine Frage, die in der Richtlinie explizit geregelt ist.
- Lohnt sich für den Hersteller die optionale Prüfung der zentrischen Zugfestigkeit der Plattenstege bei Spannbetonhohlplatten?Ein Hersteller von Spannbetonhohlplatten oder eine planende Person muss entscheiden, ob die optionale Prüfung der zentrischen Betonzugfestigkeit an Plattenstegen nach Anhang B der Richtlinie sinnvoll ist — oder ob der einfachere Weg mit erhöhtem Teilsicherheitsbeiwert wirtschaftlicher ist.
- Warum dürfen Spannbetonhohlplatten ohne Querkraftbewehrung und ohne Mindestlängsbewehrung ausgeführt werden und welche Konsequenzen hat das?Die Tragwerksplanung wendet bei einem typischen Spannbetonhohlplatten-Deckensystem die DAfStb-Richtlinie an und muss verstehen, warum die Richtlinie hier von zentralen EC2-Anforderungen abweicht und wo dadurch reduzierte Tragfähigkeiten zu beachten sind.
- Welches Regelwerk gilt für die Planung und Bemessung von Stahlbeton- und Spannbetonhohlplatten in Deutschland, nachdem die alten allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) weggefallen sind?Die Tragwerksplanung oder Bauüberwachung muss für ein Bauvorhaben mit Fertigteilhohlplatten klären, welches Regelwerk die früheren abZ ersetzt — eine Frage, die nach dem EuGH-Urteil in der Rechtssache C-100/13 jahrelang nicht eindeutig zu beantworten war.
- Wann wende ich für die charakteristische In-situ-Betondruckfestigkeit DIN EN 13791 an und wann das Bayes-Verfahren nach DIN EN 1990 Anhang D?Bauen im BestandDie Tragwerksplanung steht bei der statistischen Auswertung der Bohrkernfestigkeiten vor der Wahl zwischen zwei normativ zugelassenen Verfahren — sie muss entscheiden, welches Verfahren die Stichprobenparameter am realistischsten in einen charakteristischen Wert übersetzt.
- Gilt der Dauerstandsbeiwert αcc = 0,85 nach Eurocode 2 auch für die Bestimmung des Nachrechnungswerts der In-situ-Betondruckfestigkeit?Bauen im BestandDie Tragwerksplanung argumentiert bei der Nachrechnung eines jahrzehntealten Betonbauwerks, dass der im Gebrauchszustand bereits dauerhaft beanspruchte Beton den Dauerstandseffekt schon zeigt — sie fragt, ob αcc = 0,85 zusätzlich zur am Bohrkern gemessenen Festigkeit angesetzt werden muss.
- Warum ist die Druckfestigkeit am Bohrkern niedriger als am Normprobekörper und welcher Übertragungsfaktor gilt für die Nachrechnung?Bauen im BestandDie Tragwerksplanung will die am Bohrkern bestimmte In-situ-Druckfestigkeit mit Werten aus historischen Statikunterlagen (gemessen am 28-Tage-Normzylinder) vergleichen und muss den Bauwerks-Norm-Unterschied korrekt einrechnen.
- Welcher Ausreißertest funktioniert bei kleinen Stichproben (n=4–7) für die In-situ-Betondruckfestigkeit zuverlässig — Grubbs oder ein anderer?Bauen im BestandDie Tragwerksplanung hat 5–10 Bohrkerne aus einem Prüfbereich und entdeckt einen oder zwei deutlich abweichende Festigkeitswerte; sie muss objektiv entscheiden, ob diese als Ausreißer ausgeschlossen werden dürfen oder das Stichprobenergebnis prägen müssen.
- Wie viele Bohrkerne brauche ich für eine aussagekräftige Bestimmung der In-situ-Betondruckfestigkeit an einem Bestandsbauwerk?Bauen im BestandDie Tragwerksplanung oder eine sachverständige Person plant die Bohrkernentnahme an einem Bestandstragwerk für eine statische Nachrechnung und muss zwischen wirtschaftlich vertretbarem Aufwand, Schädigungspotenzial durch die Bohrungen und statistischer Belastbarkeit entscheiden.
- Wann sollte ich für die Querkraftbemessung eines vorgespannten Bestandsträgers das Erweiterte Druckbogenmodell (EDBM) einsetzen?Bauen im BestandDie Tragwerksplanung sucht für einen Spannbetonträger mit hohem Querkraftdefizit nach dem Fachwerkmodell eine realitätsnähere Methode, die den Tragmechanismus des geneigten Druckbogens explizit abbildet — insbesondere bei ausgeprägter Schrägrissbildung im GZT.
- Wann lohnt sich ein Querkraftnachweis nach kanadischer Norm CSA S6:19 / Modified Compression Field Theory (MCFT) für eine Bestandsbrücke?Bauen im BestandDie Tragwerksplanung muss für eine Brücke mit hohem rechnerischen Querkraftdefizit nach Stufe 1–2 entscheiden, ob ein Stufe-4-Nachweis nach kanadischer CSA S6:19 (MCFT/SMCFT) die fehlende Reserve liefern kann und wann der Aufwand gerechtfertigt ist.
- Wie weise ich die Querkrafttragfähigkeit von Bestandsbrücken-Fahrbahnplatten ohne Querkraftbewehrung nach?Bauen im BestandDie Tragwerksplanung steht bei einer typischen Bestandsbrücke vor dem Befund, dass die Fahrbahnplatten nach aktueller Norm rechnerisch zu wenig Querkrafttragfähigkeit haben, obwohl keine Schäden vorliegen — sie muss klären, wie sie diese Diskrepanz nachweistechnisch auflöst.
- Darf ich nicht normkonforme Bügelformen (offene Bügel, zweiteilige Bügel) in einer Bestandsbrücke als Querkraftbewehrung anrechnen?Bauen im BestandDie Tragwerksplanung findet in der Bestandsstatik einer älteren Spannbeton-Hohlkastenbrücke Bügelformen, die heute nicht mehr als zulässige Querkraftbewehrung gelten — offene Bügel oder Bügel mit Übergreifungsstoß der Schenkel — und muss entscheiden, ob diese im Nachweis berücksichtigt werden dürfen.
- Welche Brückentypen lohnen sich praktisch nicht mehr nachzurechnen und sollten direkt erneuert werden?Bauen im BestandDie Tragwerksplanung oder Behörde steht vor der Entscheidung, eine alte Brücke entweder nachzurechnen und ggf. zu verstärken oder direkt durch einen Ersatzneubau zu ersetzen — die Empfehlung der Quelle gibt klare Anhaltspunkte, wann der Nachrechnungsaufwand vermutlich nicht zielführend ist.
- Wie funktioniert das vierstufige Nachweisverfahren der Nachrechnungsrichtlinie und in welche Nachweisklasse A/B/C wird eine Brücke eingeordnet?Bauen im BestandDie Tragwerksplanung erhält den Auftrag, eine Bestandsbrücke nach Nachrechnungsrichtlinie zu prüfen, und muss vor Beginn klären, welche Verfeinerungsstufe ihre Brücke voraussichtlich erfordert und welche Konsequenz die spätere Klasseneinordnung für Nutzung und Erhaltung hat.
- Welche Nachweise braucht eine Rückbauplanung für eine Brücke und wie unterscheiden sie sich vom Neubau- oder Bestandsnachweis?Die Tragwerksplanung muss den Rückbau einer Bestandsbrücke planen — entweder als Vorbereitung für einen Ersatzneubau oder als endgültigen Rückbau — und steht dabei vor temporären Tragzuständen, die in den klassischen Bemessungsnormen nicht abgebildet sind.
- Wann lohnt sich eine Verstärkung von Betonbrücken mit eisenbasierten Formgedächtnislegierungen (Fe-FGL)?Sanierung / Verstärkung / InstandsetzungDie Tragwerksplanung sucht für eine Bestandsbrücke mit Defiziten in der Biege- oder Querkrafttragfähigkeit eine Verstärkungslösung, bei der eine externe Vorspannung ohne mechanische Spannpressen und ohne durchgängige Hüllrohre möglich ist — z. B. weil der Zugang unter dem Überbau eingeschränkt ist.
- Wann ist eine bildbasierte Bauwerksprüfung mit Drohne (UAS) oder Befahrgerät einer handnahen Prüfung gleichwertig?Die Bauwerksprüfung oder Bauüberwachung soll bei einer großflächigen oder schwer zugänglichen Brücke entscheiden, ob bildbasierte Verfahren (UAS-Befliegung, Photogrammetrie, georeferenziertes 3D-Modell) eine handnahe Sichtprüfung ersetzen oder nur ergänzen können — eine Frage, die in der DIN 1076 erst neu beantwortet wird.
- Was hat sich mit der überarbeiteten DIN 1076 für die Bauwerksprüfung von Ingenieurbauwerken geändert?Die Bauüberwachung, Bauwerksprüfung oder Tragwerksplanung muss klären, wie sich Pflichten, Prüfzyklen und Dokumentation für Brücken und andere Ingenieurbauwerke nach der überarbeiteten DIN 1076 ändern — insbesondere im Übergang zu digitalen Erfassungsmethoden und Prüfhandbüchern.
- Wie führe ich den Nachweis des Ankündigungsverhaltens (Riss-vor-Bruch) bei einer Spannbetonbrücke mit SpRK-gefährdetem Spannstahl?Bauen im BestandDie Tragwerksplanung steht vor der Aufgabe, für eine ältere Spannbetonbrücke mit gefährdetem Spannstahl rechnerisch nachzuweisen, dass beim Versagen einzelner Spannglieder ausreichend Restspannstahl plus Betonstahlbewehrung verbleibt, bevor der Querschnitt versagt — und dass dies durch sichtbare Rissbildung im Beton angekündigt wird.
- Welche Spannstähle in deutschen Bestandsbrücken sind nach Hersteller, Typ und Produktionszeitraum durch Spannungsrisskorrosion gefährdet?Bauen im BestandDie Tragwerksplanung oder eine prüfingenieur:in muss bei einer vorgespannten Bestandsbrücke (oft Baujahr 1950–1980) klären, ob der verbaute Spannstahl unter die Gruppe der SpRK-empfindlichen Spannstähle der Handlungsanweisung Spannungsrisskorrosion fällt — Voraussetzung für jeden weitergehenden Nachweis.