Situation

Die Tragwerksplanung sucht für einen Spannbetonträger mit hohem Querkraftdefizit nach dem Fachwerkmodell eine realitätsnähere Methode, die den Tragmechanismus des geneigten Druckbogens explizit abbildet — insbesondere bei ausgeprägter Schrägrissbildung im GZT.

Knackpunkt

Das klassische Fachwerkmodell ignoriert die Druckbogenwirkung in vorgespannten Trägern, das Druckbogenmodell (DBM) gilt nur bei Ebenbleiben der Querschnitte — bei ausgeprägter Schrägrissbildung trifft das nicht mehr zu, das EDBM schließt diese Lücke.

Risiko bei Fehlentscheidung

Wer das Fachwerkmodell auf einen Träger mit ausgeprägter Schrägrissbildung anwendet, übersieht den Druckbogen-Traganteil und kommt zu rechnerischen Defiziten, die der reale Träger nicht hat.

Lösungsrichtung

Das Erweiterte Druckbogenmodell überlagert dem Fachwerkmodell die Tragwirkung eines Betondruckbogens — der Querkrafttraganteil Vccd aus dem geneigten Verlauf der Biegedruckkraft wird zusätzlich zum Bewehrungstraganteil aktiviert. EDBM gilt im Unterschied zum DBM auch bei ausgeprägter Schrägrissbildung im GZT, also wo das Ebenbleiben der Querschnitte nicht mehr trägt. Es ist Stufe-4-Verfahren und wurde aus experimentellen und nichtlinearen FE-Untersuchungen abgeleitet. Wer DBM oder Fachwerk verwendet, wo EDBM angezeigt wäre, verschenkt Tragreserven; wer EDBM ohne Schrägrissbildung anwendet, rechnet eine nicht aktivierte Reserve mit. Welche Annahmen das idealisierte Fachwerkmodell mit Druckbogen voraussetzt und wie der gewichtete Hebelarm zgew zu bestimmen ist, wird in Abschnitt 3.3 ausgearbeitet.

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