Situation
Die Tragwerksplanung steht bei der statistischen Auswertung der Bohrkernfestigkeiten vor der Wahl zwischen zwei normativ zugelassenen Verfahren — sie muss entscheiden, welches Verfahren die Stichprobenparameter am realistischsten in einen charakteristischen Wert übersetzt.
Lösungsrichtung
Beide Verfahren sind normativ zugelassen, mit unterschiedlichen Stärken: DIN EN 13791:2020-02 mit A20:2022-04 nutzt zwei Verfahren nach Stichprobenumfang und Streuung — bei kleinen Stichproben mit niedriger Streuung den k3-Faktor (vx,min = 0,09, mod. Ansatz B), bei großen oder streuenden Stichproben den kn-Faktor (vx,min = 0,08, mod. Ansatz A); Festigkeitsklassen-Zuordnung entfällt. Die Kombination mit indirekten Verfahren (Rückprallhammer) ist in 8.2 geregelt. Das Bayes-Verfahren nach DIN EN 1990 Anhang D nutzt Wahrscheinlichkeitsdichten und ist flexibler für Vorinformation — bei kleinen Stichproben konservativer, bei großen praktisch identisch. Wer indirekte Verfahren kalibriert nutzen will, geht über DIN EN 13791; wer Vorinformation formal einbinden will, über Bayes. Welche Tabellen und neff bei kombinierten Verfahren gelten, dokumentiert Abschnitt 4.