Situation

Die Tragwerksplanung sucht für eine Bestandsbrücke mit Defiziten in der Biege- oder Querkrafttragfähigkeit eine Verstärkungslösung, bei der eine externe Vorspannung ohne mechanische Spannpressen und ohne durchgängige Hüllrohre möglich ist — z. B. weil der Zugang unter dem Überbau eingeschränkt ist.

Knackpunkt

Eisenbasierte FGL erzeugen ihre Vorspannung erst nach dem Einbau durch thermische Aktivierung — das macht die Verlegung einfach, verlagert aber die Qualitätskontrolle vollständig auf die Aktivierungsphase und die Verankerung.

Risiko bei Fehlentscheidung

Wird die thermische Aktivierung unvollständig oder ungleichmäßig durchgeführt, ist die rechnerisch angesetzte Vorspannkraft nicht erreicht — die Verstärkung wirkt rechnerisch, nicht real.

Lösungsrichtung

Fe-FGL ist eine neuartige Verstärkungsmethode, deren Alleinstellungsmerkmal die thermisch ausgelöste Selbstvorspannung ist: Stäbe oder Bänder werden im Verbund mit dem Beton verlegt und nach dem Erhärten elektrisch oder ofenseitig auf ca. 160–260 °C erwärmt; durch den verhinderten Rückstellprozess (Memory-Effekt) baut sich eine Vorspannung auf, die das bestehende Tragsystem entlastet und gleichzeitig verstärkt. Spannpressen und Hüllrohre entfallen. Wer die Aktivierungstemperatur, das Spannungsverhältnis im aktivierten Zustand oder die Verankerungslänge falsch wählt, erhält weniger Vorspannung als angenommen — das Versagen bleibt rechnerisch unsichtbar, mechanisch aber real. Welche Fe-FGL-Systeme für welche Bauteile (Biegebewehrung, Querkraft, externe Spannung) anwendbar sind und welche Anwendungsbeispiele aus der Schweiz und Deutschland vorliegen, arbeitet Abschnitt 6.1 der Quelle durch.

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