Situation

Ein Tragwerksplaner kommt in einen Altbau ohne verlässliche Bauakten und muss vor der Dübel-Auswahl klären, ob das Mauerwerk Vollziegel, Hochlochziegel, KS, Porenbeton oder Leichtbeton ist.

Knackpunkt

Die Wahl des richtigen Dübeltyps hängt am Material und am Lochbild — ohne sichere Identifikation des Verankerungsgrunds ist jede ETA-Annahme Spekulation.

Risiko bei Fehlentscheidung

Lochstein-Dübel im Vollstein eingesetzt (oder umgekehrt) — die Tragfähigkeit liegt um Faktor 2-3 daneben, der Schaden tritt erst unter Last auf.

Lösungsrichtung

Die kategorische Reihenfolge: zuerst Bauunterlagen prüfen (Statik, Bauphysik, Bestandspläne). Wenn nicht vorhanden, muss eine Probebohrung gemacht werden — mindestens einige Bohrungen quer über die Wand, weil Bestandsmauerwerk innerhalb einer Wand wechseln kann (Vollziegel-Verband mit eingelegten Hochlochziegeln). Aus dem Bohrmehl lässt sich Material erkennen (Ziegelrot, KS grauweiß, Porenbeton porig hell, Leichtbeton mit Zuschlägen); aus dem Bohrverhalten das Lochbild (gleichmäßig = Vollstein; pulsierend = Hohl-/Lochstein). Wer pauschal annimmt, wird im modernen Bestand fast immer falsch liegen. Welche Bohrwerkzeuge wann zulässig sind, welche Bohrmehl-Charakteristik welchen Stein anzeigt und welche Konsequenzen sich für die Dübelwahl ergeben, beschreibt die Quelle Schritt für Schritt.

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