Situation

Ein Planer rechnet einen Wandaufbau mit hinterlüfteter vorgehängter Fassade durch und überlegt, ob die punktuelle Wärmebrücke aus den Befestigungsdübeln in der Energiebilanz separat berücksichtigt werden muss.

Knackpunkt

Bei hohem Wärmedämmniveau wird der punktuelle Wärmeverlust über den Dübel relativ zur Wandfläche signifikant — bei niedrigem Dämmniveau ist er vernachlässigbar.

Risiko bei Fehlentscheidung

Im Passivhaus-Bereich übersehene Dübel-Wärmebrücken können den U-Wert um mehrere Prozent verschlechtern und den geforderten HT'-Wert verfehlen.

Lösungsrichtung

Die Faustregel: bei mäßigem Dämmniveau (24 cm Wand, λ 0,14) sind die punktuellen Wärmeverluste über Kunststoff-Rahmendübel weder vom Belüftungsgrad noch von der Setztiefe signifikant abhängig — der χ-Wert bleibt in der dritten Nachkommastelle. Bei hohem Dämmniveau (49 cm, λ ≤ 0,07) wird χ tendenziell höher; die Setztiefe wirkt sich messbar aus (von 40 auf 110 mm Setztiefe steigt χ um rund 40 %). Maßgeblich ist die Berechnung nach DIN EN ISO 6946/10211, nicht eine Daumenrechnung. Wer im Passivhaus-Bereich die Dübel pro m² nicht bauphysikalisch berücksichtigt, kann den HT'-Wert verfehlen. Welche χ-Werte für drei Wandkonstruktionen (mit/ohne Holzfaserdämmung, mit Holzrahmen) bei welchen Setztiefen und welcher Hinterlüftung berechnet wurden, dokumentiert die Quelle in Tabellen und Diagrammen.

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