Situation

Ein Planer entwickelt in LPH 3/5 das Anschlussdetail einer Fensterlaibung und muss klären, welche Dichtungs- und Funktionsebenen in welcher Reihenfolge anzuordnen sind.

Knackpunkt

Die drei Funktionsebenen (Luftdichtheit innen, Lastabtragung/Wärme- und Schallschutz mittig, Wetterschutz außen) dürfen nicht durchmischt oder umgekehrt werden — sonst kollabiert das Bauphysik-Konzept.

Risiko bei Fehlentscheidung

Tauwasser-, Schimmel- und Schlagregenschäden in der Laibung; bei falscher Schichtanordnung kann Feuchte nicht mehr nach außen diffundieren.

Lösungsrichtung

Die Faustregel lautet "innen dichter als außen": Ebene 1 raumseitig sichert die Luftdichtheit ohne Unterbrechung über die volle Wandlänge und hält die Oberflächentemperatur über 12,6 °C; Ebene 2 mittig übernimmt Lastabtragung sowie Wärme- und Schallschutz; Ebene 3 außen ist Wetterschutz mit kontrollierter Wasserabführung und Diffusionsoffenheit. Wer diese Reihenfolge umkehrt oder eine Ebene durchbricht (z.B. offene Profilstöße in Ebene 1), produziert Tauwasser im Funktionsbereich und Schlagregeneintrag von außen — beides nachträglich kaum noch zu sanieren. Welche Dichtsysteme welche Ebene konkret abdecken (Multifunktionsbänder, Fugendichtbänder, Dichtfolien, Anputzleisten etc.) und wie Übergänge an Ecken, Schwellen und Kopplungsfugen ausgeführt werden, arbeitet die Quelle systematisch durch.

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