Situation

Ein Ausführender soll im Winter (oder im Hochsommer) Injektionsanker setzen und muss klären, ob die geplante Befestigung mit der vorhandenen Bohrlochtemperatur überhaupt möglich ist und wann die Last aufgebracht werden darf.

Knackpunkt

Die Aushärtezeit von Injektionsmörtel ist nicht-linear temperaturabhängig — bei niedriger Bohrlochtemperatur kann sie sich vervielfachen.

Risiko bei Fehlentscheidung

Last zu früh aufgebracht (vor vollständiger Aushärtung) — der Verbund hat nicht die volle Festigkeit und versagt unter ersten Lastspitzen.

Lösungsrichtung

Die Faustregel: Transport- und Lagerungstemperatur für Injektionsmörtelkartuschen +5 °C bis +25 °C — "wie das Frühstücksbrötchen", im Sommer kühlen, im Winter warm halten. Die Montagetemperatur (Bohrlochtemperatur, nicht Außenlufttemperatur!) und die Aushärtezeit sind in der jeweiligen ETA produktspezifisch angegeben und steigen mit fallender Temperatur stark an (z.B. von wenigen Minuten bei +20 °C auf mehrere Stunden bei 0 °C). Wer die Last vor Ablauf der ETA-Aushärtezeit aufbringt, hat keinen vollwertigen Verbund — und in der Bohrloch-Kalt-Phase bricht der Verbund schlicht aus. Welche Tabellen in welchen ETAs welche Aushärtezeiten bei welcher Bohrlochtemperatur ausweisen und wie mit Wintermontagen (Kartuschen in Isoliertasche, Vorheizen der Wand) konkret umzugehen ist, beschreibt die Quelle anhand der ETAs Allrounder WIT-VM 250 und vergleichbarer Produkte.

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