Situation

Ein Tragwerksplaner bemisst die Befestigung einer Holzlattung für eine vorgehängte hinterlüftete Fassade und muss die Kombination aus Eigengewicht (Querlast) und Windsog (Zuglast) als Schrägzug nachweisen.

Knackpunkt

Im realen Lastfall überlagern sich Querlast (Eigengewicht aus Latte/Fassadenplatte) und Zuglast (Windsog) — die getrennte Nachweisführung greift hier zu kurz.

Risiko bei Fehlentscheidung

Reine Zugnachweisführung bei tatsächlich kombinierter Beanspruchung — Versagensreserve verschwindet schleichend, Schaden tritt erst im Sturmfall auf.

Lösungsrichtung

Der Schrägzug-Nachweis für Kunststoffdübel folgt der Interaktionsformel nach EAD/ETAG 020: die Beiträge aus Zug- und Querlastversagen werden im Verhältnis zu ihrer charakteristischen Tragfähigkeit summiert und müssen ≤ 1 sein. Die charakteristische Tragfähigkeit kommt entweder aus der ETA (Referenzstein) oder aus Versuchen am Bauwerk (Vereinfachtes Verfahren mit Faktor 0,5). Wer Eigengewicht und Windsog getrennt nachweist und beide knapp unter 100 % auslegt, übersieht das Zusammenwirken — im Sturmfall können Befestiger ohne Vorwarnung versagen. Zusätzlich sind Holz-Nachweise (Kopfdurchzug der Latte nach Eurocode 5) und die Achsabstände zu prüfen. Welche Last-Kombination zu welchem Bemessungswert führt und wie aus FRd und Schrägzug die Dübelanzahl pro m² resultiert, rechnet die Quelle vollständig durch.

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