Situation

Ein Tragwerksplaner hat 15 Versuche am Bauwerk vorliegen und überlegt, ob er die Auswertung statistisch oder über das Vereinfachte Verfahren der TR 051 macht.

Knackpunkt

Der Faktor 0,5 im Vereinfachten Verfahren ist eine pauschale Sicherheitskonstante, die nur für mindestens 15 Versuche gilt — mit weniger Versuchen unterschätzt die Methode systematisch die Streuung.

Risiko bei Fehlentscheidung

Vereinfachtes Verfahren mit weniger als 15 Versuchen angewendet — die ermittelte charakteristische Last liegt auf der unsicheren Seite, weil der kS-Faktor nicht eingearbeitet ist.

Lösungsrichtung

Die kategorische Regel: das Vereinfachte Verfahren (FRk1 = 0,5 · N1, mit N1 als Mittelwert der fünf kleinsten Bruchlasten) gilt nur ab 15 Versuchen — darunter muss das statistische Verfahren mit kS-Faktor angewendet werden. Der Faktor 0,5 deckt pauschal Streuung und alle traglastmindernden Einflüsse (Bohrlochdurchmesser, Konditionierung, Temperatur, Dauerlast) ab — er ist keine ingenieurmäßig anpassbare Größe. Anschließend wird mit dem ETA-Wert FRk,ETA für den Referenzstein abgeglichen, der kleinere Wert ist maßgebend. Welche kS-Werte für n = 5 bis 30 gelten, welche γM für Mauerwerk (2,5), Porenbeton (2,0) und Beton (1,8) anzusetzen sind und wie der Bemessungswert FRd in der Praxis ermittelt wird, zeigt die Quelle an einem Rechenbeispiel.

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